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Gesunde Mitarbeitende durch Gesunde Führung

Die Arbeitswelt des 21. Jahrhunderts ist durch einen tiefgreifenden Wandlungsprozess gekennzeichnet, wodurch BGM eine immer wichtigere Rolle spielt. Die Veränderungen der letzten 30 Jahre erzwingen eine Weiterentwicklung des wesentlichen Erfolgsfaktors im Unternehmen: der Führung. (GKV-Spitzenverband, 2020; Matusiewicz et al., 2021)

Der Zusammenhang zwischen Arbeit und Gesundheit ist bereits vielfach wissenschaftlich belegt. Die Arbeitsverlagerung aufgrund der Digitalisierung der Arbeitswelt ist hauptsächlich durch psychosoziale Faktoren gekennzeichnet. Bei einer wissenschaftlichen Auswertung von knapp 8000 Mitarbeitern gaben 27,5% an sie seien erschöpft und übermüdet. Es ist eine stark ansteigende Arbeitsunfähigkeit aufgrund psychischer Erkrankungen festzustellen. (DAK, 2019)

Führungskräfte haben einen bedeutenden Einfluss auf die Arbeitszufriedenheit, das Wohlbefinden und damit die psychische Gesundheit der Mitarbeiter. Durch indirekten und direkten Einfluss der Führungskräfte auf Erleben und Verhalten von Beschäftigten ist ein angepasstes Führungsverhalten in der heutigen Zeit besonders wichtig. (Felfe, 2012)

In Anbetracht der Digitalisierung, Globalisierung und auch der aktuellen Pandemie befinden sich immer mehr Angestellte im Home Office und der Hauptteil der Interaktionen finden online statt. Dies kann weitere psychische Erkrankungen zur Folge haben, da sich Arbeit und Privatleben immer mehr vermischen und kaum mehr trennen lassen. Auch für die Führung bedeutet das eine Weiterentwicklung und Anpassung des Führungsstils. Hierbei ist wichtig das Kohärenzgefühl des Teams und der einzelnen Teammitglieder zu stärken.

Die zwischenmenschliche Interaktion und Kommunikation, Gestaltung von Arbeitsbedingungen und -umfeld und das Einnehmen der Vorbildfunktion wirkt positiv auf die psychische Gesundheit der Mitarbeiter. (Matusiewicz et al., 2021)

Führungsverhalten das bewusst auf die fünf psychologischen Grundbedürfnisse eingeht, wirkt besonders stark auf Gesundheit und Arbeitszufriedenheit von Mitarbeitern. Diese sind:

Bindung und Zugehörigkeit, Orientierung und Kontrolle, Lustgewinn und Unlustvermeidung, Selbstwerterhöhung und -schutz und Kohärenz. Das Erfüllen oder nicht Erfüllen dieser Grundbedürfnisse beeinflusst sowohl Leistungsfähigkeit und Motivation wie auch Engagement und Gesundheit.

Kommunikation ist ein wichtiger Grundstein der gesundheitsförderlichen Führung. Wertschätzende Gespräche, positives Feedback und Lob gehören zur gesundheitsförderlichen Kommunikation, wie auch Hilfsbereitschaft und Unterstützung der Führungskraft. Das Ziel ist es eine nachhaltig positive Unternehmenskultur zu schaffen, indem Stressoren reduziert werden und die Ressourcen der Mitarbeiter gestärkt werden.

Das richtige Führungsverhalten und positive Führungsstile können nachweislich gesundheitliche Beschwerden positiv beeinflussen. Unter Betrachtung aktuellen Fachkräftemangel sollt man diesen Bereichen mehr Beachtung schenken, um als Unternehmen erfolgreich zu wachsen.(Fries & Grawe, 2006)

Literatur

DAK. (2019). Psychoreport 2019. Entwicklung der psychischen Erkrankungen im Job. Langzeitanalyse: 1997-2018.

Felfe, J. (2012). Arbeits- und Organisationspsychologie 2- Führung und Personalentwicklung. Stuttgart: W. Kohlhammer.

Fries, A. & Grawe, K. (2006). Inkonsistenz und psychische Gesundheit: Eine Metaanalyse. Zeitschrift für Psychiatrie, Psychologie und Psychotherapie, 54(2), 133–148. https://doi.org/10.1024/1661-4747.54.2.133

GKV-Spitzenverband (Hrsg.). (2020, Dezember 14). Leitfaden Prävention. Zugriff am 29.3.2021. Verfügbar unter: https://www.gkv-spitzenverband.de/media/dokumente/krankenversicherung_1/praevention__selbsthilfe
__beratung/praevention/praevention_leitfaden/Leitfaden_Pravention_2020_barrierefrei.pdf

Matusiewicz, D., Kardys, C., Nürnberg, V., Angerer, P., Appel, M., Beck, P. et al. (2021). Betriebliches Gesundheitsmanagement: analog und digital.